In Deutschland leben immer mehr ältere und alte Menschen und in den kommenden Jahrzehnten wird sich diese Entwicklung nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch verstärken. Laut Prognosen des Statistischen Bundesamtes werden Mitte der 2030er Jahre mindestens 20 Millionen Menschen in Deutschland 67 Jahre oder älter sein – etwa vier Millionen mehr als heute. Bereits jetzt liegt das Durchschnittsalter der Bevölkerung bei knapp 45 Jahren (1990: 39 Jahre).
Diese Entwicklung trifft auf die bestehende Wohnungskrise und verstärkt sie: Wer älter ist, hat oft andere Anforderungen an eine Wohnung, doch an barrierearmen oder behindertengerechten Wohnungen mangelt es noch mehr als an bezahlbaren Wohnungen insgesamt. Dabei wünschen sich die meisten älteren Menschen nichts mehr als auch im Alter noch weitgehend selbstständig im eigenen Zuhause zu leben.
37 Prozent der 55- bis 74-Jährigen wünschen sich das, wie die Auswertung einer Befragung der BAT Stiftung für Zukunftsfragen zeigt. 20 Prozent stellen sich das Leben im Alter in der eigenen Wohnung, aber mit ambulanter Pflege vor, hinzu kommen sechs Prozent, die gern in einer Senior:innen-WG leben wollen und fünf Prozent wünschen sich eine Hausgemeinschaft mit Freund:innen.
Im betreuten Wohnen oder in einem Altersheim mit Vollversorgung sehen sich 13 beziehungsweise neun Prozent der 55‑ bis 74-jährigen Befragten. Am wenigsten beliebt ist die Idee, im Alter im Haushalt der eigenen Kinder zu leben, nur vier Prozent der Älteren stellen sich ihren Lebensabend in dieser Konstellation vor. Noch weniger (zwei Prozent) wollen dauerhaft auf einem Kreuzfahrtschiff leben, während sich von den jüngeren Befragten (18 bis 34) immerhin neun Prozent für einen solchen schwimmenden Alterswohnsitz erwärmen könnten. Da diese Lösung aus diversen Gründen aber ohnehin nur für sehr wenige Menschen in Frage kommt, wäre es sinnvoller und dringend angeraten, mehr bezahlbaren und altersgerechten Wohnraum zu schaffen und die Gesellschaft auch insgesamt besser auf die demografischen Herausforderungen vorzubereiten.