Steigende Angebotsmieten, hoher Druck auf den Wohnungsmärkten besonders in Großstädten – die neuen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigen eigentlich nur, was viele Mieterinnen und Mieter täglich erleben: Die Kosten für Mietwohnungen erhöhen sich immer weiter und das deutlich schneller als die Inflation. Während die Verbraucherpreise zuletzt um 2,6 Prozent zulegten, stiegen die Angebotsmieten bundesweit um 4,0 Prozent. Inzwischen liegen die Neubaumieten in München bei über 25 Euro pro Quadratmeter, in anderen Metropolen sieht es kaum besser aus.
Wir beobachten diese Entwicklung seit Jahren mit großer Sorge. Anders als es aus Politik und Wirtschaft oft zu vernehmen ist, ist die aktuelle Situation aber kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis eines aus dem Ruder gelaufenen Wohnungsmarktes, auf dem die bestehenden Regeln zur Begrenzung der Mieten nicht ausreichen oder aber folgenlos missachtet werden. Denn Mieten steigen nicht einfach, sie werden erhöht. Darüber hinaus bleibt das Angebot an bezahlbaren Wohnungen seit Jahren hinter dem Bedarf zurück.
Bezahlbares Wohnen und ein sicheres Zuhause sind kein Privileg, sondern eine Grundvoraussetzung für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb muss sich der Wohnungsmarkt im Sinne der Daseinsvorsorge wieder viel mehr am Bedarf der Menschen orientieren – nicht an Renditeinteressen. In den Mittelpunkt der Wohnungspolitik gehören die Anliegen der über 22 Millionen Mietshaushalte in Deutschland!
Florian Becker, Bundesdirektor des DMB