Die Wohnungssuche in Deutschland wird mehr und mehr zu einem langwierigen Unterfangen: Laut einer Umfrage des Immobilienportals ImmoScout24 braucht inzwischen über die Hälfte der Befragten (54,4 Prozent) länger als ein Jahr, um ein neues Zuhause zu finden, egal ob zur Miete oder als Eigentum. Befragt wurden 1.183 Menschen, die im März und April 2024 auf der Suche nach einer neuen Wohnung oder einem neuen Haus zur Miete oder zum Kauf waren. Fast ein Viertel (22,7 Prozent) muss demnach sogar über zwei Jahre aufwenden, um eine passende Unterkunft zu finden.
ImmoScout24 wird nach eigenen Angaben monatlich von rund 19 Millionen Menschen genutzt. Neben Wohnungsgesuchen und -angeboten können Interessierte auf der Plattform auch privat oder gewerblich Immobilien kaufen beziehungsweise verkaufen. Im Jahresschnitt sollen laut Branchenauswertungen auf dem Portal regelmäßig über eine Million Anzeigen gelistet sein. Wie lange diese im Durchschnitt online sind, dazu gibt das Unternehmen allerdings keine Zahlen heraus.
Zahlen aus dem aktuellen GREIX-Mietpreisindex*, der regelmäßig vom Kiel Institut für Weltwirtschaft veröffentlicht wird, legen jedoch nahe, dass Mietwohnungsanzeigen auf allen entsprechenden Onlineplattformen inzwischen deutlich kürzer aktiv sind als noch vor zehn Jahren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach Mietwohnungen oft höher ist als das Angebot.
Im Jahr 2025 lag laut dem Index die durchschnittliche Inseratsdauer einer Mietwohnung, also die Zeitspanne, während der ein Wohnungsangebot online ist, hierzulande bei etwa 23 Tagen. Zehn Jahre zuvor sind es demnach noch rund 34 Tage gewesen. Dies zeige, dass die Nachfrage nach Wohnungen trotz der hohen Mietniveaus hierzulande weiterhin sehr groß sei, heißt es in der Auswertung des Instituts.
*Der GREIX (German Real Estate Index) bündelt Angebotsmieten für Wohnungen aus mehreren Plattformen für 20 Städte und Regionen, basierend auf der Marktdatenbank des Immobilienbewertungsunternehmens VALUE AG.