Eine Wohnung ist mehr als nur vier Wände: Sie bedeutet Sicherheit, Schutz, Privat-sphäre und ein Zuhause. Momentan haben mehr als eine Million Menschen in Deutschland keine Wohnung. Sie kommen übergangsweise bei Bekannten und Verwandten unter, leben in Notunterkünften oder ganz auf der Straße. Ihnen fehlt Sicherheit, Schutz, die Privatsphäre einer eigenen Wohnung und nicht zuletzt ein Ort, an dem sie sich zuhause fühlen können.
Menschen, die – durch welche Schicksalsschläge auch immer – wohnungslos sind, brauchen mehr als eine Couch bei Verwandten oder ein Bett in einer Notunterkunft: Sie brauchen eine echte Perspektive auf ein eigenes Zuhause. Darum darf das Thema Wohnungslosigkeit nicht nur am Tag der Wohnungslosen, der dieses Jahr am 11. September stattfand, auf der politischen Agenda stehen.
Die wichtigste Maßnahme gegen Wohnungslosigkeit ist, bereits im Vorfeld zu verhindern, dass Menschen überhaupt ihr Zuhause verlieren. Steigende Mieten und Neben-kosten, hohe Lebenshaltungskosten, Kündigungen und fehlender bezahlbarer Wohnraum setzen immer mehr Mieter:innen unter Druck. Wohnungslosigkeit bekämpfen bedeutet deshalb beides: wohnungslosen Menschen wieder zu einem eigenen Zuhause verhelfen und Mieter:innen vor explodierenden Mieten und Wohnungsverlust schützen. Die Bundesregierung muss die Wohnungskrise endlich zur Chefsache machen, damit jeder Mensch ein sicheres Zuhause hat.
Dr. Melanie Weber-Moritz, DMB-Präsidentin