Wohnen bleibt größter Ausgabeposten

Wofür die Europäer:innen ihr Haushaltsbudget ausgeben, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) in der Studie „Private Konsumausgaben in der EU: Zwischen Kaufkraft-Gefälle und neuen Trends“ zusammengefasst. Die Datenbasis stammt aus dem Jahr 2024, für 2025 gibt es bisher nur Hochrechnungen. 

Eine wichtige Erkenntnis: Die Ausgaben für Wohnen und Nebenkosten machen sowohl EU-weit als auch in Deutschland weiter den größten Anteil der Konsumausgaben aus. Für Wohnen, Wasser, Elektrizität und Brennstoffe gaben die Menschen hierzulande im Jahr 2024 rund 23,3 Prozent ihres Haushaltsbudgets aus, im EU-Schnitt waren es 23,6 Prozent. Der Wert ist über die vergangenen Jahre weitgehend stabil geblieben. Spitzenreiter bei den Ausgaben fürs Wohnen ist Tschechien mit 32 Prozent, am niedrigsten liegt der Anteil mit 14,4 Prozent in Kroatien.

Die Ausgaben fürs Wohnen – egal ob Miete oder Eigentum – wurden vom IW Köln statistisch vergleichbar gemacht, da die EU-Länder einen sehr unterschiedlichen Anteil an Mieter:innen aufweisen. So bleibt Deutschland im Vergleich der EU-Länder dasjenige mit der höchsten Mieter:innenquote (52,8 Prozent), in Ländern wie der Slowakei, Rumänien und Kroatien wohnen dagegen über 90 Prozent der Bevölkerung im Eigentum.

Zu den Wohn- und Nebenkosten kommen weitere Ausgaben im Zusammenhang mit dem Wohnen, etwa für Hausrat und Instandhaltung. Hierfür geben die Bundesbürger:innen noch einmal knapp fünf Prozent ihres Haushaltsbudgets aus, in etwa so viel wie der Durchschnitt der 27 EU-Länder. 

 

Nahrungsmittel, Verkehr und Freizeit

Ein großer Anteil des Budgets geht hierzulande auch für Verkehr, Nahrungsmittel und Getränke (ohne Alkohol) sowie den Freizeitbereich drauf: Im EU-Vergleich lassen sich die Bundesbürger:innen die Mobilität und vor allem das Auto überdurchschnittlich viel kosten: 14,2 Prozent ihres Geldes geben sie im Schnitt dafür aus. Höher liegt der Wert nur in Slowenien (17 Prozent) und Litauen (15,2 Prozent), im EU‑Vergleich sind es 12,7 Prozent. 

Für Nahrungsmittel und nicht-alkoholische Getränke wurden in Deutschland 2024 rund 11,2 Prozent des Haushaltsbudgets ausgegeben, zwei Prozentpunkte weniger als im EU‑Schnitt. Am höchsten ist der Wert in Rumänien mit 23,3 Prozent, in der Schweiz mussten die Menschen dagegen nur 8,9 Prozent für diesen Posten aufwenden. Grund dafür sind vor allem unterschiedliche wirtschaftliche Bedingungen: In Ländern mit niedrigen Durchschnittseinkommen, aber durchschnittlichen oder gar überdurchschnittlichen Lebensmittelpreisen wie Rumänien, Bulgarien oder der Slowakei macht dieser Posten einen größeren Anteil am Budget aus. Bei einem hohen Durchschnittseinkommen wie in der Schweiz, in Luxemburg oder Irland fallen Ausgaben für Lebensmittel – selbst wenn diese teuer sind – dagegen deutlich weniger ins Gewicht. 

Interessant ist noch der Bereich Freizeit, Sport und Kultur, dafür gaben die Bundesbürger:innen im Jahr 2024 fast ein Zehntel ihres Haushaltsbudgets aus, 2,1 Prozentpunkte mehr als der EU-Schnitt. Das war der höchste Wert aller EU-Länder, auf dem zweiten Platz folgt Schweden mit 9,3 Prozent. 

Über alle Kategorien und Ausgabenarten hinweg machen Dienstleistungen den größten Ausgabeposten der EU-Bürger:innen aus: Rechnet man alles zusammen, werden im Schnitt rund 43 Prozent des Konsumbudgets für Dienstleistungen verwendet. Darunter fallen Ausgaben für Dienstleistungen rund um die Wohnung, für die Haushaltsführung, für Gesundheit, Personen- und Warenbeförderung, Freizeit- und Kulturdienstleistungen, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen sowie andere Dienstleistungen. In Deutschland liegen die Gesamtausgaben für Dienstleistungen demnach bei rund 46 Prozent.